Radio S
nnenschein
Tauchen in Phuket: das ist wie ein Blick ins Paradies – sagen die
Reiseprospekte. Was Chai Walee vor der Brille hat, ist trübe Brühe voller Abwässer. Chai und sein Sohn Born tauchen nach Felsen-Austern. Die kleben hart am vibrierenden Beton. Ihr Arbeitsplatz ist
unter der Brücke von Sarasin, die das thailändische Festland mit der Insel Phuket verbindet. „Chao Le“, nennen sie sich, „Seezigeuner“, und sie ernähren sich seit jeher von dem, was das nasse
Element hergibt.
Der Bootsbau ist Mittelpunkt des „Loy Rüa“, des „Fests der schwimmenden Boote“. Aus drei Bananenstämmen entsteht die Grundkonstruktion für ein sogenanntes
„Prahu“, das später mit Opfergaben für die Seegeister beladen werden soll. Querstreben bringen den Rumpf in die nötige Form. Fingerdicke Zweige dienen als Seitenkonstruktion. Sie saugen sich beim
Trocknen fest.
Zeremonie am
Dorfschrein: Speise-Opfer für die Schutzgeister. Alle Gaben passieren die prüfende Nase des Schamanen. Mit dem Entzünden der Kerzen auf dem Boot beginnt der wichtigste Teil. Der Schamane,
inzwischen barhäuptig, beschwört die Geister des Meeres.