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nnenschein
Klimawandel sorgt für neue
Golfplätze
Beim Anblick aus dem Kleinflieger wirkt der
Eisschild über Alaska noch, als sei er für die Ewigkeit gedacht. Tatsächlich schrumpfen die Gletscher hier seit gut 200 Jahren und geben so immer mehr Felsen frei, selbst an der Küste, obwohl
dort zugleich der Meeresspiegel steigt - aufgrund der Eisschmelze. In Alaska steigt jedoch seltsamerweise auch das Land.
Was Golfer freut, macht Schiffen Probleme
Der küstennahe
Golfplatz von Gustavus etwa, wächst so seit Jahrzehnten. Besitzer Morgan DeBoer hat den Neun-Loch-Parkour schon vor Jahren nahe der alten Uferlinie angelegt, wo das Meer einst Baumstämme
anschwemmte. Inwischen wäre hier locker für neun weitere Löcher Platz. Was für die Golfspieler positiv ist, macht den Schiffen schon Probleme. Denn der Anleger reicht kaum noch bis zur Fahrrinne.
Nirgendwo sonst auf der Welt geschehe das anschaulicher als hier, sagen Forscher. Das Land steige hier um mehr als einen Zentimeter pro Jahr, obwohl der weißblaue Eisschild bereits sichtbar an
Größe und Gewicht verlöre. Der Klimawandel verstärke dies noch.
Problembewusstsein fehlt
Das Paradoxe an der Situation ist, dass Forscher der Bevölkerung trotzdem beibringen müssen, dass
der Klimawandel ein Problem ist, obwohl das Land zunimmt. Doch bei vielen Amerikaner fehlt das Bewusstsein dafür. Für Anwohner auf Wassergrundstücken liegen die Dinge nicht so einfach. Das
Bauland in Uferlage etwa, das Jim King und seine Frau Mary Lou einst kauften, endete früher an einem kleinen Deich. Dahinter lag Wasser, doch inzwischen blickt das Paar rundweg ins Grüne - egal,
ob gerade Ebbe oder Flut herrscht. Allein in den 60er-Jahren hat sich das Grundstück der Kings verdoppelt und ist stetig weiter gewachsen. Das Ehepaar hat die Angelegenheit inzwischen einem
Naturschutz-Verband übergeben.
Für Alaskas Hauptstadt Juneau ist der Landgewinn nicht nur eine Segen. Den Fischern trocknen die Bootsrouten aus, Nachbarn streiten um Grenzverlauf und Zugangswege. "Es gibt viele Konflikte“, erklärt der Bürgermeister. "Natürlich ist immer die erste Frage, wem das neue Land nun zusteht, vor allem wenn es um Privatinteressen geht. Das zog sich mitunter bis vor Alaskas Oberstes Gericht."
Blick auf das Ganze nicht verlieren
Doch wichtiger als Grundstücksgrenzen ist der Blick auf das Ganze, mahnen Forscher. Das Tempo, mit dem das Eis zurückgeht, hat sich alarmierend erhöht. Zudem verlieren die Gletscher nunmehr auch in ihren Zentren, wo sie einst über 1.000 Meter dick waren, dramatisch an Substanz. Gefragt ist jetzt die Politik, die alles dafür tun muss, die Erderwärmung zu mindern.
Auch das Wetter in Alaska hat sich schon spürbar geändert. Die Winter sind nicht mehr kalt
und klar, sondern viel milder. Im Sommer herrscht mittlerweile häufig tropisches Klima, das für diese Gegend eher untypisch ist. Hoffnung setzen umweltbewusste Einwohner auf einer Politikwende
des neuen Präsidenten.
(Quelle: discgolfer/ndr/werg)